DNS und TLS Einträge verstehen, Zertifikate richtig einsetzen. DNS-Einträge erklärt Prüfen kannst du jeden Eintrag mit der DNS-Abfrage. Typ Wofür Beispiel A Name → IPv4-Adresse www.example.de → 203.0.113.10 AAAA Name → IPv6-Adresse www.example.de → 2001:db8::10 CNAME Name ist ein Alias für einen anderen Namen shop.example.de → shops.anbieter.net MX Wer nimmt Mails für die Domain an, mit Priorität 10 mail.example.de TXT freier Text, z. B. SPF, DKIM, DMARC, Domain-Bestätigungen "v=spf1 mx -all" NS Welche Nameserver für die Zone zuständig sind ns1.provider.de PTR IP → Name (Reverse DNS), wird beim Inhaber der IP gesetzt 10.113.0.203.in-addr.arpa → mail.example.de CAA Welche Zertifizierungsstellen Zertifikate ausstellen dürfen 0 issue "letsencrypt.org" Regeln, die oft vergessen werden CNAME steht allein: Ein Name mit CNAME darf keine anderen Einträge haben. Deshalb geht CNAME nicht auf der Domain selbst ( example.de), dort stehen ja MX und NS. MX zeigt auf einen Namen, nie auf eine IP, und dieser Name braucht einen A/AAAA-Eintrag, kein CNAME. TTL: So lange speichern Resolver die Antwort zwischen. Vor einem Umzug die TTL ein paar Tage vorher auf 300 Sekunden senken, danach wieder hoch. Reverse DNS (PTR) setzt nicht deine DNS-Zone, sondern der Inhaber der IP, also dein Hoster oder Provider. Änderung kommt nicht an? In der DNS-Abfrage siehst du Resolver und zuständige Nameserver nebeneinander: Nameserver alt, Resolver alt: Die Änderung ist noch nicht in der Zone. Beim DNS-Anbieter prüfen. Nameserver neu, Resolver alt: alles richtig, warte die TTL ab. Nameserver uneinig: Ein Nameserver ist nicht synchron, oder beim Registrar stehen falsche NS-Einträge. TLS-Zertifikate: Kette, Ablauf, typische Fehler Prüfen kannst du jeden Server mit dem SSL/TLS-Check, auch Mailserver per STARTTLS. Die Zertifikatskette Ein Browser vertraut einer kleinen Zahl von Wurzelzertifikaten. Dein Server-Zertifikat ist aber von einem Zwischenzertifikat signiert. Damit der Client die Kette prüfen kann, muss der Server ihm sein Zertifikat und alle Zwischenzertifikate schicken, die Wurzel nicht. Häufigster Fehler: Es wird nur das eigene Zertifikat ausgeliefert. Browser holen das Fehlende manchmal selbst nach, Apps, Skripte und Mailserver nicht. Die Folge: „unable to get local issuer certificate“. Software richtig nginx ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/example.de/fullchain.pem; Apache 2.4.8+ SSLCertificateFile …/fullchain.pem Postfix smtpd_tls_chain_files = …/privkey.pem, …/fullchain.pem Ablauf und Erneuerung Zertifikate von Let's Encrypt gelten 90 Tage, künftig noch kürzer. Ohne automatische Erneuerung läuft es garantiert irgendwann ab. certbot: certbot renew --dry-run testet die Erneuerung. Nach dem Erneuern muss der Dienst neu laden, z. B. mit --deploy-hook "systemctl reload nginx". Caddy, Traefik erneuern selbst. Nicht vergessen: Mailserver, VPN, Proxmox, NAS und alles, was ein Zertifikat per Hand bekommen hat. Damit es nicht überraschend kommt: Im Monitoring (Premium) eine Zertifikats-Prüfung anlegen, sie warnt 14 Tage vorher. Typische Fehlermeldungen Meldung Ursache Name passt nicht ( hostname mismatch) Der aufgerufene Name steht nicht in den SANs des Zertifikats. Mit allen Namen neu ausstellen. Zertifikat abgelaufen Erneuerung läuft nicht oder der Dienst hat das neue Zertifikat nicht geladen selbst signiert Kein Zertifikat einer öffentlichen Stelle. Für öffentliche Dienste Let's Encrypt nehmen. unvollständige Kette siehe oben, fullchain statt cert Protokolle und HSTS TLS 1.2 und 1.3 an, 1.0 und 1.1 aus. Alte Versionen braucht heute kein aktueller Client mehr. HSTS ( Strict-Transport-Security: max-age=31536000) sorgt dafür, dass Browser nur noch per HTTPS kommen. Erst setzen, wenn HTTPS überall sicher läuft, auch auf Subdomains, falls du includeSubDomains nutzt.